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Klimatische Wasserbilanz und Niederschlagsmenge in Sachsen-Anhalt im hydrologischen Jahr von November 2021 bis Mai 2022 – Vergleich mit dem langjährigen Mittel

Die Karten zeigen die Niederschlagsmengen und die Klimatische Wasserbilanz für Sachsen-Anhalt seit Beginn des hydrologischen Jahres von November 2021 bis Mai 2022. Gegenüber gestellt ist jeweils das langjährige Mittel von November bis Mai in der Referenzperiode 1991 bis 2020. Das hydrologische Jahr (auch als Abflussjahr bezeichnet) weicht vom Kalenderjahr ab. Es beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober des Folgejahres. Anfang November sind zum Ende der Vegetationsperiode die Wasserreserven am geringsten. Mit Beginn des hydrologischen Jahres werden in der Regel die pflanzenverfügbaren Wasservorräte für die nachfolgende Vegetationsperiode aufgefüllt. Zudem werden auch die Niederschläge erfasst, die als Schnee gespeichert werden und erst im Frühjahr als Schmelzwasser abflusswirksam sind. Die Klimatische Wasserbilanz wird ermittelt aus der Differenz der Niederschlagsmenge und der Gras-Referenzverdunstung, basierend auf den Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Im langjährigen Mittel weist Sachsen-Anhalt für das hydrologische Jahr bis Mai in großen Teilen eine positive klimatische Wasserbilanz auf. Im Bereich des Mitteldeutschen Trockengebietes, in Teilen der Harzvorländer sowie im Raum Magdeburg ist die Wasserbilanz auch langjährig bereits defizitär.  Im Betrachtungszeitraum zwischen November 2021 und Mai 2022 weisen hingegen alle Regionen, mit Ausnahme des Harzes, Teilen des Burgenlandkreises und der westlichen Altmark, flächendeckend eine negative klimatische Wasserbilanz auf. Die Ursache für das Bilanzdefizit liegt zum einen in hohen Verdunstungsraten als Folge überdurchschnittlicher Temperaturen und Windgeschwindigkeiten, die bereits im ersten Quartal des Jahres 2022 auftraten. Seit März verstärken unterdurchschnittliche Niederschlagssummen das Wasserbilanzdefizit zusätzlich. So konnten im März großräumig Niederschlagsraten von nur unter 10 mm erfasst werden. Auch im zurückliegenden Monat Mai lagen die Niederschlagsmengen bei zumeist 30 bis 40 mm und somit um 10 bis 30 mm niedriger als der langjährige Durchschnitt. Hohe Verdunstungsraten im Mai (etwa 20 mm über dem langjährigen Mittel), die vorwiegend aus überdurchschnittlichen Temperaturen resultieren, haben das Wasserbilanzdefizit für das hydrologische Jahr im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt noch einmal deutlich verschärft.

Download der Karten:     Niederschlag         Klimatische Wasserbilanz 

 

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Ansprechpartner
Dr. Daniel Wurbs
Tel: +49 3471 334 218  /  Fax: +49 3471 334 205
E-Mail: daniel.wurbs(at)llg.mule.sachsen-anhalt.de