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  •  HERBSTDÜNGUNG

Was ist zu tun, wenn organische Dünger ausgebracht wurden, eine ordnungsgemäße Aussaat erfolgt ist, aber kein Aufgang bzw. keine ausreichende Bestandesentwicklung erfolgt ist und umgebrochen werden soll/muss? (eing. 27.09.2021)
Wenn Zwischenfrüchte, Feldfutter, Winterraps bzw. Wintergerste nach Getreidevorfrucht (auch Zweitfrüchte) ordnungsgemäß mit praxisüblichen Aussaatmengen ausgesät, (organisch oder mineralisch) gedüngt wurden und sich kein Bestand etabliert bzw. ein ungenügender Bestand umgebrochen werden muss, ist Folgendes zu beachten:

1.  formlose Anzeige durch den Landwirt bei der zuständigen Düngebehörde des Landkreises/der kreisfreien Stadt (Angabe des Schlages/der Kultur/Düngungsmenge und -zeitpunkt, geplante Folgekultur) und

2.   Umbruch nur unter Einhaltung einer Mindestanbaudauer von 8 Wochen (damit Wertung als Zwischenfrucht) oder Umbruch (ohne Einhaltung der Anbaudauer von 8 Wochen) und Einsaat einer Kultur, die entsprechend § 6 Abs. 9 DüV im Herbst (gem. Formblatt) gedüngt werden darf.
Die zuständige Düngebehörde (Landkreis/kreisfreie Stadt) prüft den Sachverhalt auf Plausibilität.

 

  • ZWISCHENFRUCHTANBAU / ZWISCHENFRÜCHTE

Welche Ausnahmen vom verpflichtenden Anbau von Zwischenfrüchten in Nitratgebieten gibt es? (eing. 30.08.2022)
In aktuellen Anfragen wird häufig die Notwendigkeit des Zwischenfruchtanbaus in Nitratgebieten nach Düngeverordnung (DüV) in Zusammenhang mit den Regelungen der GAP 2023 zu den Mindestanforderungen an die Bodenbedeckung und dessen Ausnahmen thematisiert. Dazu sei ausdrücklich darauf verwiesen, dass nach Düngerecht / DüV ausschließlich für 

  • Flächen mit Ernte nach dem 1.10. oder
  • Flächen mit einem jährlichen Niederschlag im langjährigen Mittel von < 550 mm

keine Verpflichtung zum Zwischenfruchtanbau in Nitratgebieten besteht, wenn zur Folgekultur Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff aufgebracht werden sollen.
Dammvorformung zu Kartoffeln, Mulchauflagen o. ä. stellen nach DüV dagegen k e i n e Ausnahmetatbestände dar.

Nach Vorliegen der GAP-Konditionalitäten-Verordnung und mit Beginn der neuen Förderperiode ab 1.1.2023 werden die Regelungen beider Verordnungen zu beachten sein. Konkretere Informationen sind jedoch erst nach Inkrafttreten der GAP-Konditionalitäten-Verordnung bzw. nach deren Anpassung im Ergebnis der von der EU-Kommission geforderten Nachbesserungen möglich.
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Welche Abschläge sind für Zwischenfrüchte bei der N-Düngebedarfsermittlung der Folgefrucht zu berücksichtigen? (eing. 08.07.2021)
Die bei der N-Düngebedarfsermittlung der Folgefrucht anzurechnenden Abschläge (Anrechnung im Rahmen der "N-Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrüchten") richtet sich bei Ackerkulturen nach Anlage 4 Tabelle 7 DüV.
Mindestens ab einem Leguminosenanteil (an der Samenzahl) von > 75 % ist der Wert für Leguminosen zu verwenden.

Siehe auch
„Richtwerte Düngerecht Sachsen-Anhalt“; Teil 2, Tabelle 13
„Hinweise zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung für Acker-, Gemüsekulturen und Erdbeeren“ 12/2020; S. 12)
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Ist außerhalb von Nitratgebieten eine Herbstdüngung von Zwischenfrüchten o h n e Futternutzung zulässig?
(eing. 30.06.2021)
Ja
Wie bisher ist eine Herbstdüngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung außerhalb von Nitratgebieten unter den bekannten Voraussetzungen möglich.
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Nitratgebiet: Was ist bei der Herbstdüngung von Zwischenfrüchten o h n e Futternutzung in Nitratgebieten zu beachten? (eing. 30.06.2021)
Eine Herbstdüngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung ist in Nitratgebieten nur noch mit Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost und dann nur bis in Höhe von maximal 120 kg N/ha (brutto) zulässig.
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Kann nach Agrarantragstellung am 15.5. eine als ÖVF beantragte Zwischenfruchtfläche durch eine andere Fläche mit Zwischenfruchtanbau ersetzt werden?
(eingestellt 13.05.2020)
Ja
Der Austausch von ÖVF-Zwischenfruchtflächen, die zum 15.5. im Agrarantrag zur Erfüllung der Greeningverpflichtungen angegeben wurden, gegen andere Zwischenfruchtflächen ist problemlos möglich.
Dazu ist ein Antrag bis spätestens 1.10. erforderlich. Dieser kann frühestens ab dem 1.6. gestellt werden. Merkblatt und Antrag finden Landwirte in ihrem Inet-Antragsprogramm, nach dem 1.6. auch im ELAISA-Portal.