Menu
menu

Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)

Wieder ALB-Fund im Biederitzer Busch

(Bernburg/ Magdeburg 05.10.2026) Erneut wurde ein Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) in einer Lockstofffalle im östlichen Teil der Quarantänezone Magdeburg gefangen. Die zuständige Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) musste das Monitoring um den Fallenfang intensivieren. Bislang wurden noch keine befallenen Bäume identifiziert. Trotz dieses Fallenfangs hofft die LLG, dass die Monitoring- und Tilgungsmaßnahmen in einem größeren Gebiet des westelbischen Teils der Quarantänezone Ende 2026 eingestellt werden können.

Wie wurde der jüngst gefangene Käfer überführt?
Jährlich werden im Auftrag der LLG umfangreiche Monitoringmaßnahmen an allen potenziellen Wirtsbäumen des ALB innerhalb der Quarantänezone Magdeburg durchgeführt, so auch in diesem Jahr. Neben visuellen Kontrollen werden Lockstofffallen und Spürhunde zur Überwachung eingesetzt.

„Unser Auftrag und Ziel ist die vollständige Tilgung des Schädlings in Magdeburg und Umgebung. Aktuell sind dafür weit über 500.000 Bäume innerhalb der etwa 52 km² großen Quarantänezone mindestens einmal jährlich zu kontrollieren. Die letzten Käfer beziehungsweise andere lebende Stadien des ALB mit visuellen Kontrollen zu finden, ist allerdings schwer. Deshalb setzen wir seit einigen Jahren verstärkt auf Lockstofffallen und haben deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal erhöht“, informiert Christian Wolff, zuständiger Dezernatsleiter der LLG. Mehr als 300 dieser Fallen wurden hierzu ab Mai an ausgewählten Orten systematisch innerhalb der Quarantänezone platziert.

Am 26. August 2026 wurde ein weiblicher Käfer in einer solchen Falle am östlichen Rand des Waldgebiets Biederitzer Busch gefangen. Damit ist der ALB seit 2024 im dritten Jahr in Folge am Waldrand des Biederitzer Buschs nachgewiesen. Das Gebiet befindet sich an der östlichen Stadtgrenze der Landeshauptstadt in direkter Nachbarschaft zur Gemeinde Biederitz.

Käfer aus Biederitz kommt ins Labor nach Braunschweig
Der gefangene Käfer wurde unverzüglich zur PCR-Analyse an das Nationale Referenzlabor am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig überführt, dort wurde die Art ALB eindeutig bestätigt. Die Bestätigung durch eine PCR-Analyse ist vor der Anordnung weiterer Maßnahmen notwendig. Nach dem Fang wurde das Monitoring im näheren Umfeld der Falle sofort intensiviert, um den Wirtsbaum zu identifizieren, von dem der Käfer stammt. Auch Spürhunde sind in den letzten Tagen im Einsatz gewesen. Bisher ist der Baum, von dem der gefangene Käfer stammt, noch nicht gefunden. Auch wurden keine weiteren Käfer, Eier oder Larven des ALB entdeckt.

Fallenfang-Folgen für den Biederitzer Busch
In enger Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe der Landeshauptstadt Magdeburg werden Experten der LLG das Gebiet in den kommenden Tagen weiter intensiv absuchen. Seilkletterer sind im Einsatz; ebenso Spürhundeteams. Christian Wolff erklärt dazu: „Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gestaltet sich die Suche äußerst schwierig. Oberstes Ziel ist es, alle möglicherweise noch vorhandenen lebenden Stadien des Schädlings zu finden.“

Die neuen ALB-Funde ziehen wiederum eine leichte Verschiebung der Grenze der Quarantänezone in Richtung Südosten nach sich. Dafür muss die Allgemeinverfügung der LLG vom 10.04.2026 erneut angepasst werden. Die Geltungsdauer der Allgemeinverfügung verlängert sich durch die neuen Funde um etwa ein Jahr. Sie bleibt dann voraussichtlich bis August 2030 in Kraft. „Aktuell prüfen wir, welche Gebiete wir im westlichen Teil bis Ende 2026 aus der Quarantänezone herausnehmen können, weil wir dort seit mindestens vier Jahren keine lebenden Stadien des ALB mehr nachweisen konnten“, erklärt Wolff. Dies geschehe mit Augenmaß. Der Grund: Vorschnell in den Bemühungen um die Tilgung des gefährlichen Schädlings nachzulassen, kann die Bemühungen der letzten 12 Jahre zunichtemachen. Das soll nicht passieren.

Bekämpfung des ALB in Sachsen-Anhalt: Einschätzung der aktuellen Lage
Die Funde und Fallenfänge sind seit 2019 deutlich rückläufig. Stark befallene Bäume mit einer Vielzahl von Ausbohrlöchern wie zu Beginn der Bekämpfungsmaßnahmen werden schon länger nicht mehr gefunden. Christian Wolff: „Dies zeigt, dass die umgesetzten Maßnahmen erfolgreich und wir weiterhin auf einem guten Weg sind.“ Es gehe jetzt darum, die letzten verbliebenen Befallsherde zu identifizieren, um den ALB in Magdeburg endgültig auszurotten und die Zone nach und nach zu verkleinern beziehungsweise dann zu schließen. Es ist davon auszugehen, dass größere Teile der Quarantänezone inzwischen ALB-frei sind und sich das Vorkommen des Schädlings nun vor allem auf Bereiche östlich der Elbe, etwa den Biederitzer Busch und eventuell auch den Wiesenpark beschränkt. Seit 2024 werden nur noch hier lebende Stadien des ALB gefunden.

Problem dabei: Das Waldgebiet ist infolge mehrerer Hochwasser, gefolgt von extrem trockenen Jahren und aufgrund des Befalls durch andere Schädlinge und Krankheiten sehr stark geschädigt. Fortlaufend stürzen Bäume ohne Vorankündigung um. Die Suche nach dem ALB ist daher hier allein aus Arbeitsschutzgründen überaus kompliziert. Die LLG wird deshalb in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem Landesforstbetrieb nach Möglichkeiten suchen, wie man den letzten möglichen Exemplaren des ALB auch in diesem Gebiet auf die Spur kommt.

Zum Hintergrund
Der ALB ist erstmalig 2014 in Sachsen-Anhalt, im Stadtteil Rothensee der Landeshauptstadt Magdeburg, in Erscheinung getreten. Der aus Asien stammenden ALB befällt nahezu alle heimischen Laubgehölze – insbesondere Ahorn, Birke, Pappel, Weide und Rosskastanie. Das Insekt ist aufgrund der von ihm ausgehenden Gefahr für die heimischen Laubholzbestände in der Europäischen Union als sogenannter prioritärer Quarantäneschädling eingestuft. Mit seinem Auftreten sind strikte Maßnahmen zur Bekämpfung des Schadorganismus erforderlich. Dazu gehört neben der Einrichtung einer Quarantänezone, in der ein aufwändiges Monitoring durchgeführt werden muss, auch die Fällung und Vernichtung potenzieller Wirtsbäume im Umfeld um einen bestätigten Befall. Die LLG ist für die Bekämpfung des ALB in Sachsen-Anhalt zuständig.

Unterstützung durch die Bevölkerung
Die LLG ist auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Sichtungen und auffällige Bäume können über die Hotline 03471 334-253 gemeldet werden. Zudem können Bürger der LLG ihre Beobachtungen auch per E-Mail unter alb(at)llg.sachsen-anhalt.de anzeigen oder sich schriftlich an die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt, Dezernat 23 – Allgemeiner Pflanzenschutz, Pflanzengesundheit, Strenzfelder Allee 22, 06406 Bernburg (Saale) wenden.

Wo befindet sich die Quarantänezone?
Die aktuelle Quarantänezone ist auf der Homepage der LLG unter Themen, Pflanzenschutz, Asiatischer Laubholzbockkäfer verfügbar (https://llg.sachsen-anhalt.de/themen/pflanzenschutz/asiatischer-laubholzbockkaefer).

Ziel der getroffenen Regelungen ist die Tilgung des vorhandenen Befalls, die Verhinderung der weiteren Ausbreitung des gefährlichen Schädlings und der Schutz des Baumbestandes in Magdeburg und dem Umland.

 

Kontakt

Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt
Strenzfelder Allee 22
06406 Bernburg (Saale)

Dezernat Allgemeiner
Pflanzenschutz, Pflanzengesundheit

Tel.: 03471 - 334-345
E-Mail: alb(at)llg.sachsen-anhalt.de
Achtung! Neue E-Mail-Adresse: alb@llg.sachsen-anhalt.de

Hintergründe

Der Asiatische Laubholzbockkäfer: Hier finden Sie die aktuelle Allgemeinverfügung sowie Versionen des Regelwerkes aus vergangenen Jahren. Außerdem sind alle bereits veröffentlichten Informationen in einem Archiv einzusehen. Und Sie gelangen zu allen Fragen, die rund um den Schädling sonst noch wichtig sind.