Nmin-Richtwerte gem. § 4 Absatz 4 1b Düngeverordnung (DüV)

Bei der Düngebedarfsermittlung ist gem. § 4 (4) 1b DüV u. a. die im Boden verfügbare N-Menge zu ermitteln  und zu berücksichtigen entweder

  • durch die Untersuchung repräsentativer Proben von den Betriebsflächen oder
  • durch die Übernahme von Ergebnissen vergleichbarer Standorte bzw. von Empfehlung der nach Landesrecht zuständigen Stelle (Richtwerten).

Für die Betriebe besteht eine Aufbewahrungspflicht der herangezogenen Richtwerte bzw. Untersuchungsergebnisse (CC-relevant!).

Für die Bereitstellung der Richtwerte zum Nmin-Gehalt der Böden zur Berücksichtigung bei der Düngebedarfsermittlung im Frühjahr durch die LLG werden sowohl Daten von freien akkreditierten Laboren und den Bodendauerbeobachtungsflächen herangezogen als auch ein eigenes gezieltes Nmin-Monitoring auf landesweit verteilten Praxisflächen einschließlich der Untersuchung in der LLG durchgeführt und in die statistische Auswertung zur Ableitung der Richtwerte einbezogen.

Erste Ergebnisse werden ab dem Erreichen einer repräsentativen Anzahl von Analysen veröffentlicht.

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Berücksichtigung der Nmin-Richtwerte bei der N-Düngebedarfsermittlung

Häufig gestellte Fragen

  • Die Nmin-Richtwerte werden zu mehreren Terminen veröffentlicht, gibt es eine Vorgabe welcher Richtwert wann verwendet werden muss?
  • Muss jeweils nachberechnet werden, wenn die Düngung noch nicht erfolgt ist und neue Nmin-Richtwerte veröffentlicht wurden?

Die grundsätzliche Forderung der Düngeverordnung (DüV) besteht darin, den N-Düngebedarf der Kulturen vor der Ausbringung wesentlicher Nährstoffmengen u. a. unter Berücksichtigung der ermittelten im Boden verfügbaren Stickstoffmenge zu errechnen. Die Vorgaben der DüV (§ 3, 4) lauten für die Düngebedarfsermittlung lediglich „vor“ der Düngung bzw. für die Ermittlung des im Boden verfügbaren N „für den Zeitpunkt der Düngung, mindestens aber jährlich“ (Ausnahme: Gemüsekulturen).
Die DüV fordert keine mehrfache Ermittlung des im Boden verfügbaren N – und keine mehrfache DBE.

Für Sachsen-Anhalt gilt:
Für die Düngung einer Kultur einschließlich der Teilgaben vor und während der Hauptwachstumsphasen innerhalb eines Jahres ist die Verpflichtung durch eine einmalige Düngebedarfsermittlung vor der ersten Düngung abgedeckt, es sei denn, aufgrund nachträglich eingetretener Umstände nach § 3 (3) DüV ist für Stickstoff eine nochmalige Ermittlung durchzuführen.

Es ist jeweils der Nmin-Richtwert zu verwenden, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des Düngebedarfs vorliegt bzw. vorlag. Eine Nachberechnung von bereits erstellten Düngebedarfsermittlungen bei Vorliegen aktualisierter Nmin-Richtwerte ist nicht erforderlich – auch dann nicht, wenn eine Düngung noch nicht erfolgt ist.“

Nmin-Richtwerte Frühjahr 2018

Ab 2018 werden die Nmin-Richtwerte in neuer Form veröffentlicht. Für eine einfache und übersichtliche Darstellung werden die Richtwerte nach Bodengruppe und Fruchtart aufgelistet, sodass nur noch genau ein Wert für die Berechnung der Düngebedarfsermittlung für den Anwender anzuwenden ist. Wie bisher werden die Richtwerte in den Schichten 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm sowie 0-90 cm in steinfreiem Boden angegeben. 

     Nmin-Vergleichswerte Frühjahr 2018  (Nmin-Richtwerte) 
 

     Nmin-Richtwerte der Vorjahre 2004 - 2017 
 

Programme zur Berechnung des Düngebedarfs:
Zur Berechnung des Stickstoff- und Phosphordüngebedarfs nach § 4 (1) DüV ab 2018 stellt die LLG zwei PC-Programme zur Verfügung, mit denen auf Basis der Nmin-Richtwerte eine Stickstoffbedarfsermittlung berechnet werden kann (Downloadseite).


Hinweise zum alten "SBA-Programm Landwirtschaft" finden Sie hier.