Apfelschorf
Schadbild
Nach der Blüte bilden sich auf Ober- und Unterseite der Blätter rundliche, anfangs olivfarbene, später braune Flecken mit einem Pilzrasen. Auf den Früchten entstehen ebenfalls braune trockene Flecken, zum Teil mit sternförmiger Rissbildung. An Birnen treten meist an jungen Trieben blasige Auftreibungen am Holz (Zweiggrind) zusätzlich auf.
Hinweise
Der Pilz überwintert auf infiziertem Falllaub, im Frühjahr werden von dort bei Regen Sporen durch den Wind auf Knospen und junge Blätter transportiert und verfrachtet. Höhere Temperaturen und gleichzeitige Blattnässe sind entwicklungsfördernd. Deshalb gilt: Je länger im Frühjahr und Vorsommer die Bäume nass sind, desto größer ist die Gefahr von Schorfbefall. Hauptinfektionsgefahr besteht in der Zeit ab Knospenaufbruch bis Ende Mai. Im Spätsommer werden bei feuchter Witterung Infektionen an Neutrieben verursacht. Dieser Befall kann sich auch später im Lager an den Früchten präsentieren. In trockenen Jahren tritt der Apfelschorf kaum auf.
Schwach befallene Äpfel sind genießbar. Als anfällig gelten zum Beispiel die Sorten Gala, Golden Delicious, Goldparmäne und Jonagold.
Maßnahmen
Bei Neupflanzungen sollten resistente Sorten wie zum Beispiel Florina, Reglindis, Resi, Rebella, Topaz oder weniger anfällige Sorten wie zum Beispiel Alkmene, Berlepsch, Pilot, Piros, Ontario gewählt werden. Resistente Birnensorten stehen nicht zur Verfügung. Weniger schorfanfällige Sorten sind Gellerts Butterbirne, Conference, Vereinsdechantsbirne und Petersbirne. Nach Blattfall ist das Laub aufzusammeln.
Eine anschließende Kompostierung ist unter einer Erdabdeckung möglich. Alternativ dazu beschleunigt das Mulchen die Verrottung des Laubs. Auf einen optimalen Standort ist zu achten. Regelmäßig ausgelichtete Kronen unterstützen die schnellere Abtrocknung nach Niederschlägen. Die vorbeugende Behandlung der Bäume mit Ackerschachtelhalm-Brühe ller zwei Wochen nach dem Austrieb oder Spritzungen mit ausgewiesenen Grundstoffen reduziert die Befallsgefahr. Besonders in niederschlagsreichen Jahren wären bereits ab Knospenaufbruch bis Beginn des Fruchtwachstums mehrere Fungizid-Spritzungen Erfolg versprechend.
