Apfelwickler
Schadbild
Die Larven des Apfelwicklers verursachen an Früchten Bohrfraß. Aus den Bohrlöchern quellen feuchte, braune Kotkrümel hervor. Der Fraßgang geht bis zum Kernhaus. Die Larven verlassen die Frucht kurz vor der Verpuppung. Frühzeitiger Fruchtfall der meist klein bleibenden, notreifen und intensiv gefärbten Früchte ist die Folge. Befallene Früchte werden häufig vorzeitig abgeworfen oder faulen bei feuchter Witterung. Die 2. Larvengeneration des Kleinschmetterlings schädigt die Früchte bis zur Ernte.
Hinweise
Der Schädling tritt hauptsächlich an Apfel und Birne, aber auch an Quitte, Aprikose, Pfirsich, Pflaume und Walnuss auf. Die Raupe überwintert unter Borkenschuppen, am Stamm und im Boden in flachen Vertiefungen in einem festen, weißen Kokon (Gespinsthülle). Nach dem Falterschlupf von Mai bis Juni werden die Eier (circa 1 mm groß, hellgelb) ab Mitte Mai an Blätter und Fruchtbüschel gelegt. Die Larven der 1. Generation schlüpfen nach circa 10 Tagen und sind dann nur kurzzeitig bekämpfbar, bevor sie sich in die Früchte einbohren. Befallene Früchte werden oft abgeworfen. Die Larve verlässt nach 3 bis 5 Wochen die Frucht und verpuppt sich zumeist in Stammnähe. Schon ab Mitte Juli schlüpfen die Falter der 2. Generation. Es kommt erneut zu Eiablagen an den Früchten mit Höhepunkt im August. Der oben genannte Prozess wiederholt sich. Vor allem die zweite Generation verursacht erhebliche Schäden.
Maßnahmen
Befallene Früchte sollten umgehend entfernt werden. Ab Ende Juni können etwa 10 cm breite Wellpappe-Fanggürtel am Stamm angebracht werden, um den verpuppungswilligen Larven der 1. Generation ein geeignetes Versteck zu bieten. Die Streifen sind etwa wöchentlich zu kontrollieren und bei Besatz zu erneuern. Im Herbst reicht es aus, den Wellpappegürtel Ende Oktober zu vernichten. Im Winter sollten Vögel im Garten durch Fütterung gefördert werden, da sie zusätzlich Baumstämme und Überwinterungsplätze von Apfelwicklerpuppen ausfindig machen und diese verzehren. Lockstofffallen (Pheromonfallen) dienen lediglich zur Ermittlung des Falterfluges und des günstigsten Spritzzeitpunktes (Kapitel 2.2). Gegen die schlüpfenden Larven können Apfelwickler-Granulosevirus-Präparate ab Beginn des Schlupfes (etwa ab Juni) in wöchentlichen Abständen eingesetzt werden
