Birnengitterrost
Schadbild
An den Blättern von Birnen und Nashi entstehen im Mai blattoberseits zunächst kleine, leuchtend orangerote Stellen, welche schließlich einige Millimeter groß werden, zusammenfließen und orange Flecken bilden. Später bilden sich an der Blattunterseite rote, knorpelige Pusteln, auf denen sich zierliche, wie Gitterkörbchen aussehende Gebilde abzeichnen. Auch Früchte können Symptome zeigen. Bei starker Infektion tritt ein erhöhter und vorzeitiger Blattfall auf. Es kommt zu Wuchsbeeinträchtigungen, Ertragseinbußen und zum Absterben der Gehölze bei wiederholtem massivem Befall.
Hinweise
Um seine Entwicklung fortsetzen zu können, muss der Pilz auf verschiedene Zierwacholderarten (Juniperus) als Winterwirt wechseln. Hier werden spindelartige Verdickungen an zumeist älteren Trieben gebildet. Ab April sind diese Gebilde anfangs goldgelb, warzenförmig, ungefähr 5 mm breit und hoch. Bei feuchtem Wetter kommt es zum Aufquellen, wobei etwa 1 cm breite und 2 cm hohe, schleimige Zäpfchen entstehen. Eine Infektion des Birnenbaumes erfolgt von hier aus, die Sporen werden durch den Wind oder Insekten weitergetragen. Der Befall ist umso stärker, je näher der Abstand zum Zierwacholder-Winterwirt ist. Ein schwacher Befall mit ein bis drei Blattflecken je Birnenblatt beeinträchtigt das Birnenwachstum nicht.
Maßnahmen
Es ist auf möglichst weite Abstände zwischen den beiden Wirtspflanzen (mehr als 500 m) zu achten. Sehr wichtig ist eine gründliche Befallskontrolle des Zierwacholders im März/April bei feuchter Witterung. Bei Befall sind infizierte Wacholder-Triebe bis circa 10 cm in das gesunde Holz zurück-
zuschneiden. Ein infizierter Zierwacholder ist zeitlebens Träger der Krankheit. Resistente Birnensorten sind nicht bekannt. Vorbeugende chemische Behandlungen müssen erfolgen, bevor die vom Wacholder ausgeschleuderten Pilzsporen auf den Birnenblättern keimen. Bei einer Bekämpfung des Birnenschorfs im Frühjahr wird diese Pilzkrankheit mit erfasst.
