Blattfressende Schmetterlingsraupen
Schadbild
An Blättern diverser Strauch- und Baumarten fressen verschiedene Schmetterlingsraupen bis zum Sommer in unterschiedlichem Ausmaß. Oftmals handelt es sich um Fraßgesellschaften, das heißt um Raupen unterschiedlicher Schmetterlingsarten. Zudem fressen einige Arten gesellig. Das Aussehen, die Biologie und das Verhalten der Raupen sind sehr variabel. Ihre Schädigung gegenüber der Wirtspflanze und ihre gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen sind differenziert zu bewerten. Besonders die Raupen des Eichenprozessionsspinners und des Goldafters führen zu allergischen Reaktionen bei vielen Menschen. Neben intensivem Blattfraß an Laubbäumen produzieren eine Reihe dieser Schmetterlingsraupen auffallende Gespinste an den Wirtspflanzen. Die Raupen-Nester des Eichenprozessionsspinners und des Goldafters sind kompakter als die der allgemein bekannten Gespinstmotte. An den Gehölzen entsteht nach einmaligem Fraßereignis kein nachhaltiger Schaden, sie treiben nochmals aus.
Hinweise
Gespinstmotten-Raupen sind unbehaart, 2 cm lang, hellbraun mit seitlich schwarzen Punkten und vorwiegend am Spindelstrauch und an Obstbäumen zu finden. Die behaarten Raupen von Schwammspinner, Eichenprozessionsspinner und Goldafter zeigen artspezifisch farbintensive Partien mit unterschiedlich langen Haaren. Der Eichenprozessionsspinner kommt an unterschiedlichen Eichenarten vor, der Goldafter meist an diversen Obstbaumarten. Die unbehaarten Frostspannerraupen bewegen sich mit typischem Buckelgang fort, unterschiedliche Arten leben an diversen Strauch- und Baumarten.
Maßnahmen
Warme und trockene Witterungsphasen fördern diese Schaderregergruppe. Sobald Raupen erkannt werden, ist nur noch ein mechanisches Entfernen möglich. Raupennester der Gespinstmotte lassen sich problemlos herausschneiden. Ein Entfernen der Nester und Raupen von Goldafter und Eichenprozessionsspinner sollte mit Bedacht erfolgen. Vor geplanten Gegenmaßnahmen müssen unbedingt genaue Informationen zum vorliegenden Schaderreger eingeholt werden. Bei den meisten Raupen ist die Anwendung chemischer beziehungsweise biologischer Pflanzenschutzmittel nicht unbedingt erforderlich. Bei den gesundheitsschädigenden Raupen jedoch kann es lokal und über einige Jahre notwendig sein, mit gezielten Terminspritzungen die Junglarven zu bekämpfen. Besonders durch die aktive Förderung von Vögeln kann ein wiederholter Befall langfristig unterdrückt werden.
