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Klimatische Wasserbilanz und Niederschlagsmenge in Sachsen-Anhalt im hydrologischen Jahr 2025/2026 (November 2025 bis Juni 2026) – Vergleich mit dem langjährigen Mittel 1991 bis 2020

Die Karten zeigen die Niederschlagsmengen und die Klimatische Wasserbilanz für Sachsen-Anhalt seit Beginn des hydrologischen Jahres von November 2025 bis Juni 2026. Gegenüber gestellt ist jeweils das langjährige Mittel von November bis Juni in der Referenzperiode 1991 bis 2020. Das hydrologische Jahr (auch als Abflussjahr bezeichnet) weicht vom Kalenderjahr ab. Es beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober des Folgejahres. Mit Beginn des hydrologischen Jahres werden in der Regel die pflanzenverfügbaren Wasservorräte für die nachfolgende Vegetationsperiode aufgefüllt. Zudem werden auch die Niederschläge erfasst, die als Schnee gespeichert werden und erst im Frühjahr als Schmelzwasser abflusswirksam sind. Die Klimatische Wasserbilanz wird ermittelt aus der Differenz der Niederschlagsmenge und der Gras-Referenzverdunstung, basierend auf den Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Das hydrologische Jahr 2025/2026 wies bereits von November bis Mai im landesweiten Durchschnitt Niederschlagssummen auf, die unter dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991 bis 2020 lagen. Der Monat Juni präsentierte sich in großen Landesteilen als ausgesprochen niederschlagsarm. Mit Ausnahme des nordwestlichen Bundeslandes lagen die Niederschlagssummen im Juni um 10 bis 30 mm unter dem langjährigen Durchschnitt. Das Niederschlagsdefizit des hydrologischen Jahres nimmt vom nordwestlichen zum östlichen Sachsen-Anhalt sowie in Richtung des Harzes zu. Im Großteil des Bundeslandes betragen die Abweichungen -50 bis -75 mm. Im Westen und Osten liegen diese bereits bei deutlich unter 75 mm. Insbesondere die Monate Oktober bis Dezember sowie März und Juni zeichneten sich durch geringe und deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen aus. Das Niederschlagsdargebot der Monate April und Mai, das großräumig überdurchschnittlich ausfiel, konnte das Defizit des hydrologischen Jahres vermindern, das Defizit aber nicht ausgleichen. Exemplarisch kann die Niederschlagsverteilung anhand der Stationsmesswerte für die Klimastation des DWD in Bernburg-Strenzfeld nachvollzogen werden.
Neben den unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen führten sehr hohe Lufttemperaturen im Juni zu einer weit überdurchschnittlichen potenziellen Verdunstung. An der Klimastation des DWD in Bernburg-Sternzfeld lag die durchschnittliche Junitemperatur um 3°C über dem langjährigen Mittelwert. Demzufolge lag auch die Evapotranspiration landesweit im Juni um 20 bis 30 mm über dem langjährigen Durchschnitt. Bereits in den Monaten November und Dezember sowie Februar, März und in der zweiten Maihälfte führten überdurchschnittliche Temperaturen zu erhöhten Verdunstungsraten von 5 bis 15 mm im Vergleich zum langjährigen Mittel. Die Folge ist - verstärkt durch den niederschlagsarmen Juni - ein ausgeprägtes Defizit in der Klimatischen Wasserbilanz, das in weiten Landesteilen bei über 100 mm liegt. Davon betroffen ist neben dem Harz insbesondere das östliche und südliche Bundesland.

Download der Karten:     Niederschlag         Klimatische Wasserbilanz 


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Ansprechpartner
Dr. Daniel Wurbs
Tel: +49 3471 334 218
E-Mail: daniel.wurbs(at)llg.sachsen-anhalt.de