Menu
menu

Klimatische Wasserbilanz und Niederschlagsmenge in Sachsen-Anhalt im hydrologischen Jahr 2025/2026 (November 2025 bis August 2026) – Vergleich mit dem langjährigen Mittel 1991 bis 2020

Die Karten zeigen die Niederschlagsmengen und die Klimatische Wasserbilanz für Sachsen-Anhalt seit Beginn des hydrologischen Jahres von November 2025 bis August 2026. Gegenüber gestellt ist jeweils das langjährige Mittel von November bis August in der Referenzperiode 1991 bis 2020. Das hydrologische Jahr (auch als Abflussjahr bezeichnet) weicht vom Kalenderjahr ab. Es beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober des Folgejahres. Mit Beginn des hydrologischen Jahres werden in der Regel die pflanzenverfügbaren Wasservorräte für die nachfolgende Vegetationsperiode aufgefüllt. Zudem werden auch die Niederschläge erfasst, die als Schnee gespeichert werden und erst im Frühjahr als Schmelzwasser abflusswirksam sind. Die Klimatische Wasserbilanz wird ermittelt aus der Differenz der Niederschlagsmenge und der Gras-Referenzverdunstung, basierend auf den Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Das hydrologische Jahr 2025/2026 weist von November bis August im landesweiten Durchschnitt Niederschlagssummen auf, die deutlich unter dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991 bis 2020 lagen. Bereits die Monate November bis Dezember sowie der März zeichneten sich durch geringe und deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen aus. Das Niederschlagsdargebot der Monate April und Mai, das großräumig überdurchschnittlich ausfiel, konnte das Defizit des hydrologischen Jahres vermindern, aber nicht ausgleichen. Die Monate Juni und Juli präsentierten sich in großen Landesteilen als ausgesprochen niederschlagsarm und verstärkten das Niederschlagsdefizit zum Teil erheblich. Auch die Niederschlagsmengen im August fielen großräumig unterdurchschnittlich aus, mit Ausnahme des südlichen Sachsen-Anhalts. Im nördlichen Landesteil fielen zwischen 20 und 30 mm weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Die unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen des hydrologischen Jahres nehmen in östliche Richtung sowie in Richtung des Harzes zu. Im Großteil des Bundeslandes betragen die Abweichungen -50 bis -150 mm. Lokal führten Starkniederschläge zu etwas höheren Niederschlagsmengen. Exemplarisch kann die Niederschlagsverteilung anhand der Stationsmesswerte für die Klimastation des DWD in Bernburg-Strenzfeld nachvollzogen werden.
Neben den unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen führten sehr hohe Lufttemperaturen zwischen Juni und August zu einer weit überdurchschnittlichen potenziellen Verdunstung. An der Klimastation des DWD in Bernburg-Sternzfeld lag die durchschnittliche Junitemperatur um 3°C und die Juli- und Augusttemperatur um 1°C über dem langjährigen Mittelwert. Demzufolge lag auch die Evapotranspiration landesweit im Juni um 20 bis 30 mm sowie im Juli und August um 15 bis 25 mm über dem langjährigen Durchschnitt. Bereits in den Monaten November und Dezember sowie Februar, März und in der zweiten Maihälfte führten überdurchschnittliche Temperaturen zu erhöhten Verdunstungsraten von 5 bis 15 mm im Vergleich zum langjährigen Mittel. Die Folge ist - verstärkt durch die niederschlagsarmen Sommermonate  - ein ausgeprägtes Defizit in der Klimatischen Wasserbilanz, das in weiten Landesteilen bei über 150 mm, in der Südhälfte bei über 200 mm liegt.

Download der Karten:     Niederschlag         Klimatische Wasserbilanz 


Archiv

 

Ansprechpartner
Dr. Daniel Wurbs
Tel: +49 3471 334 218
E-Mail: daniel.wurbs(at)llg.sachsen-anhalt.de