Wirkungsmonitoring zur Düngeverordnung in Sachsen-Anhalt
Beitrag der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau
- Datenerhebung: Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) ist im Rahmen des Wirkungsmonitorings das Bindeglied zwischen verschiedenen Fachbehörden, landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen-Anhalt und den Bundesbehörden (Thünen Institut, Julius Kühn-Institut). Sie koordiniert die Datenerhebung und unterstützt bei der Aufbereitung (Anonymisierung, Plausibilisierung) von Verwaltungs- und Betriebsdaten, um den bürokratischen Aufwand für andere Behörden und Landwirte so gering wie möglich zu halten.
- Fachliche Begleitung & Methodenvalidierung: Die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt ist geprägt von spezifischen Herausforderungen wie bspw. ausgeprägter Trockenheit und einem hohen Stoffumsatz im Boden (Stickstoff-Nachlieferung aus der Mineralsiation) in den lössgeprägten Regionen. Die LLG setzt sich über die Mitarbeit in Bund-Länder-Arbeitsgruppen dafür ein, dass diese bodenklimatischen Besonderheiten im Rahmen der Modellierung im bundesweiten Monitoring Berücksichtigung finden. Darüber hinaus unterstützt die LLG das Julius Kühn-Institut projektbegleitend in der Modellregion Querfurter Platte und erarbeitet begleitend zum bundesweiten Monitoring eigene fachliche Empfehlungen in der Modellregion Köthener Ackerland. Die LLG berechnet regionale Stickstoffflächenbilanzen für Sachsen-Anhalt.
- Wissenstransfer: Die LLG übersetzt die Ergebnisse des bundesweiten Monitorings für die landwirtschaftlichen Betriebe und die Beratung. Aus den erhobenen Daten der Modellbetriebe, entstehen konkrete Handlungsempfehlungen, die den Betrieben helfen, produktiv und gleichzeitig gewässerschonend zu wirtschaften.
Landwirtschaftliche Emissionen in Sachsen-Anhalt
Im Rahmen des Wirkungsmonitorings zur Düngeverordnung bezeichnet der Begriff Emissionen den Austrag der Nährstoffe Stickstoff (insb. Nitrat) und Phosphor aus der landwirtschaftlichen Erzeugung in das Grundwasser sowie in Oberflächengewässer.
Zur Analyse und Bewertung der Düngungsintensität sowie der Nährstoffzufuhr werden verschiedene Datenquellen (Statistiken, Verwaltungs- und Betriebsdaten) herangezogen. Die methodische Grundlage bildet die Berechnung von Stickstoff- und Phosphorsalden ergänzt durch die Analyse spezifischer Indikatoren wie den Mineraldüngerabsatz, die Tierbestände und Kennzahlen aus der Biogasproduktion.
Der Fokus liegt dabei auf der Korrelation zwischen den kurzfristigen Entwicklungen der Düngemittelanwendung in Sachsen-Anhalt und deren langfristigen Auswirkungen auf den chemischen Zustand der Gewässer (Immission).
Kontakt
Modellregionen in Sachsen-Anhalt
Im Rahmen des vom Julius Kühn-Institut (JKI) geleiteten Demonstrationsvorhabens „Monitoring von Stickstoffemissionen im Pflanzenbau (MONI2)“ fungieren ausgewählte landwirtschaftliche Unternehmen in ausgewählten Regionen, sogenannten Modellregionen, als Modellbetriebe. Sie bilden das Rückgrat für das bundesweites Wirkungsmonitoring der Düngeverordnung (DüV).
Die Modellregion "Querfurter Platte" einschließlich des Kleineinzugsgebietes Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt ist eine von den 12 bundesweit spezifisch für das Projekt eingerichteten Modellregionen, in denen Betriebe ihre Flächen für Bodenuntersuchungen und ihre Bewirtschaftungsdaten für die Auswertung zur Verfügung stellen. Die LLG ist im Rahmen einer Bund-Länder-Vereinbarung in dieser Modellregion projektbegleitend tätig.
Darüber hinaus hat Sachsen-Anhalt begleitend zum bundesweiten Projekt in Anlehnung an die methodischen Vorgaben des JKI mit dem Köthener Ackerland eine weitere Modellregion eingerichtet, in der 12 Betriebe jeweils 12 Praxisschläge für Untersuchungen und Erhebungen der Bewirtschaftungsdaten zur Verfügung stellen.

