Ungrasbekämpfung: Gratwanderung zwischen Wirkung und Verträglichkeit
Der Wirkstoff Flufenacet
Hartnäckige Schadungräser, wie der Ackerfuchsschwanz, der Windhalm und das Weidelgras sind in unserer Region bestimmend für den Pflanzenschutz im Ackerbau. Zusätzlich sind häufig ausgeprägte Resistenzen zu beobachten. Der Wirkstoff Flufenacet stellte in vergangener Zeit das Hauptstandbein bei der Bekämpfung der resistenten Ungräser dar. Nach dem Wegfall von Flufenacet muss für den Herbst nun eine Lösung mit den noch verfügbaren Wirkstoffen gefunden werden. Allen voran werden Prosulfocarb-haltige Mittel zusammen mit geeigneten Mischungspartnern diese Lücke füllen müssen. Ggf. ist im Herbst zusätzlich eine Nachbehandlung mit einem CTU-haltigem Mittel notwendig.Insbesondere bei schwer bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz und Weidelgras werden für ausreichende Wirkungen hohe Aufwandmengen benötigt. Bei diesen potenten Mischungen ist in Bezug auf die Verträglichkeit Vorsicht geboten.
Saatbett: Welchen Unterschied macht die Ablagetiefe?
Es sind im Vergleich 3 cm und 1 cm Ablagetiefe zu sehen. Bei 1 cm Ablagetiefe ist im Vergleich zur tieferen Ablage eine deutliche Ausdünnung zu sehen. Je nach Sorte und Witterung können sich derartige Schäden bis zum Frühjahr wieder verwachsen. Jedoch herrschte hier ein vergleichsweise trockener Herbst und es wurde keine weitere Herbizid-Maßnahme nachgelegt.Es wird also offensichtlich: Bei nassen Bedingungen oder der Notwendigkeit einer weiteren Herbizid-Nachlage muss mit ertragsrelevanten Einbußen gerechnet werden. Ein gleichmäßiges und ausreichen tiefes Saatbett wird also zunehmend wichtig!
Applikations-Termin: Wann sollte die Herbstmaßnahme erfolgen?
Die besten Verträglichkeiten gegenüber Prosulfocarb (+ Mischpartner) sind bei den VA-Behandlungen zu beobachten. Je nach Zulassung sind i. d. R. Anwendungen bis BBCH 12 bzw. 13 möglich. Wenn im NA gespritzt wird, ist im Hinblick auf die Verträglichkeit jedoch BBCH 10/11 zu bevorzugen. In den untenstehenden Bildern sieht man direkten Vergleich zwischen den Varianten. In der UK ist die Kultur erwartungsgemäß am vitalsten. Bei der VA-Variante sind leichte Aufhellungen zu sehen, die sich jedoch schnell verwachsen. Bei der NA-Variante wurde vorsätzlich das kritischere Stadium gewählt (BBCH12/13). Hier sind deutliche Nekrosen zu sehen und die Entwicklung war spürbar verzögert. Auch hier wäre bei starker Blatt– und Bodennässe oder einer CTU-Nachlage wieder mit wesentlich beträchtlicheren Schäden zu rechnen gewesen.

