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Einblicke vom 58. Tag des Milchviehhalters der LLG

Digitalisierung, Tiergesundheit und Umweltschutz

Bernburg (04.11.2025). Ob automatisiertes Melken oder Gesundheitsüberwachung mittels Sensorik - Die Digitalisierung hält auch Einzug in den Kuhstall. Welche praktischen Lösungen welche Vorteile bringen, war ein Thema zum 58. Tag des Milchviehhalters der LLG in Bernburg Strenzfeld.  Vorgestellt wurden so unter anderem Sensoren und mit KI-arbeitende Kameras zur Ermittlung der Futteraufnahme. Henrike Bader, LLG-Mitarbeiterin im Dezernat Milchviehhaltung und Zucht am Standort Iden und Mitorganisatorin der Veranstaltung, verweist auf die Wichtigkeit des Themas: „Digitalisierung im Kuhstall kann die Effizienz erhöhen und zugleich das Tierwohl verbessern und so zu einer nachhaltigen Produktion beitragen.“

Biosicherheit: Gemeinsam gegen Tierseuchen
Weiteres Thema war die dringende Notwendigkeit der Verbesserung von Biosicherheitsmaßnahmen. Vergangene Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland, der Slowakei und Ungarn sensibilisierten für das Thema. Es wurde auf mögliche Schwachstellen in Betrieben verwiesen, etwa im Tier- und Personenverkehr sowie bei der Einfriedung. Diese Schwachstellen gelte es zu identifizieren und zu beheben, hieß es. In diesem Kontext wurden praktische Hinweise zum Umgang mit der Blauzungenkrankheit gegeben und die Lumpy Skin Disease (LSD) als aktuelle Bedrohung vorgestellt, von der Deutschland bislang glücklicherweise nicht betroffen ist.

Alkaloide in Milch: Neue Erkenntnisse zu weißer Lupine
Die LLG stellte weiterhin eine aktuelle Untersuchung aus einer Kooperation mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor. Dabei wurde der mögliche Übergang von Alkaloiden aus der weißen Lupine in die Milch von Kühen unter die Lupe genommen. Die Forscher verglichen verschiedene Einsatzmengen der Lupine im Futter und stellten fest, dass diese Alkaloide in geringen, aber nachweisbaren Mengen in die Milch übergehen. Dieser direkte Zusammenhang zwischen der Fütterungsmenge und dem Gehalt in der Milch stieß bei Praktikern und Beratern auf großes Interesse, da die Ergebnisse wichtige Erkenntnisse für die sichere Nutzung heimischer Eiweißfuttermittel in der Milchviehhaltung liefern.

TA Luft und Klimacheck im Fokus des Milchviehhaltertags
Zudem thematisierte der Milchviehhaltertag die „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ (TA Luft). Hintergrund ist, dass sich mit der Neufassung der TA Luft von 2021 die Anforderungen für Milchviehbetriebe verschärft haben. Die Reduktion von Emissionen wie beispielsweise Ammoniak betrifft Milchviehhalter. Henrike Bader: „Es wurde ein Ausblick gegeben, welche Forderungen derzeit gestellt sind und was in nächster Zeit dazu kommen könnte. Die Zuhörer bekamen einen aktuellen Einblick in die Änderungen der Fristen mit der Bitte um Kommunikation, um die Verfahren zu erleichtern.“ Auch der „Klimacheck“ wurde vorgestellt, ein Tool, das Milchviehbetrieben hilft, ihren CO2-Fußabdruck zu bewerten. Deutschland liegt hierbei im internationalen Vergleich gut. Für das kommende Jahr ist die Einführung von Richtwerten zur Weiterentwicklung des Klimachecks geplant.

Der Tag des Milchviehhalters ist eine zweimal im Jahr stattfindende sehr nachgefragte  Veranstaltung der LLG mit vielfältigen Vorträgen aus Praxis, Wissenschaft und Beratung. 

 

Kontakt

Dr. Marleen Zschiesche
Leiterin Dezernat
Milchviehhaltung und -zucht

Zentrum für Tierhaltung
und Technik
Landesanstalt für Landwirtschaft
und Gartenbau

Lindenstraße 18
39606 Iden

Tel: +49 39390 6320
marleen.zschiesche(at)llg.mule.sachsen-anhalt.de

Weitere Informationen

Hier geht es zu den Seiten des Zentrums für Tierhaltung und Technik am LLG-Standort in Iden.