Klimatische Wasserbilanz und Niederschlagsmenge in Sachsen-Anhalt im hydrologischen Jahr 2025/2026 (November 2025 bis April 2026) – Vergleich mit dem langjährigen Mittel 1991 bis 2020
Die Karten zeigen die Niederschlagsmengen und die Klimatische Wasserbilanz für Sachsen-Anhalt seit Beginn des hydrologischen Jahres von November 2025 bis April 2026. Gegenüber gestellt ist jeweils das langjährige Mittel von November bis April in der Referenzperiode 1991 bis 2020. Das hydrologische Jahr (auch als Abflussjahr bezeichnet) weicht vom Kalenderjahr ab. Es beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober des Folgejahres. Mit Beginn des hydrologischen Jahres werden in der Regel die pflanzenverfügbaren Wasservorräte für die nachfolgende Vegetationsperiode aufgefüllt. Zudem werden auch die Niederschläge erfasst, die als Schnee gespeichert werden und erst im Frühjahr als Schmelzwasser abflusswirksam sind. Die Klimatische Wasserbilanz wird ermittelt aus der Differenz der Niederschlagsmenge und der Gras-Referenzverdunstung, basierend auf den Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Das hydrologische Jahr 2025/2026 weist bisher von November bis April im landesweiten Durchschnitt Niederschlagssummen auf, die unter dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991 bis 2020 liegen. Dabei nimmt das Defizit vom nordöstlichen zum östlichen und südlichen Sachsen-Anhalt zu. Im Nordteil des Bundeslandes betragen die Abweichungen zumeist -25 bis -50 mm. Im Süden und Osten liegen diese bereits bei -75 bis -100 mm. Insbesondere die Monate Oktober bis Dezember und vor allem der Monat März zeichneten sich durch geringe und deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen aus. Das Niederschlagsdargebot des Monats April konnte das Defizit des hydrologischen Jahres vermindern. Insbesondere in der Südhälfte Sachsen-Anhalts lag der Monatsniederschlag um 10 bis 20 mm über dem langjährigen Mittel. Exemplarisch kann die Niederschlagsverteilung anhand der Stationsmesswerte für die Klimastation des DWD in Bernburg-Strenzfeld nachvollzogen werden.
Leicht überdurchschnittliche Lufttemperaturen in den Monaten November und Dezember sowie Februar und März führten zu ebenso leicht erhöhten Verdunstungsraten von 5 bis 15 mm im Vergleich zum langjährigen Mittel. Die Folge ist - insbesondere als Ergebnis der unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen - bereits Ende April ein sehr ausgeprägtes Defizit in der Klimatischen Wasserbilanz, das landesweit zwischen 50 und 100 mm liegt. Während im langjährigen Durchschnitt die klimatische Wasserbilanz zwischen November und April landesweit noch im positiven Bereich liegt, weist insbesondere das südliche und mittlere Sachsen-Anhalt im hydrologischen Jahr 2025/2026 bisher eine negative Wasserbilanz auf.
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